Website-Inhalte prüfen: Was bleibt, was wird überarbeitet?
Prüfe vor der Neugestaltung, was jede Seite aussagt, wer die Fakten bestätigt und ob der Inhalt Interessenten weiterhin hilft. Ein Inventar macht aus Notizen klare redaktionelle Entscheidungen.

Das Wichtigste auf einen Blick
- Notiere pro Seite Zielgruppe, Zweck und eine verantwortliche Person für die Fakten.
- Entscheide nachvollziehbar zwischen Behalten, Überarbeiten, Zusammenführen und Entfernen.
- Gib URL-Entscheidungen als eigenen Arbeitsschritt an die Relaunch-Verantwortlichen weiter.
Lege den Umfang der Inhaltsprüfung fest, bevor du Texte bearbeitest
Eine Inhaltsprüfung beantwortet eine konkrete Frage: Welche vorhandenen Inhalte soll die neue Website übernehmen, und in welchem Zustand? Sie ist eine redaktionelle Bestandsaufnahme, kein Seitenplan und keine technische Umsetzung von Weiterleitungen. Nimm Leistungsseiten, Projektbeispiele, häufige Fragen, Downloads und Kontaktdaten auf, wenn Menschen sie weiterhin brauchen.
Gib jedem Inhalt einen Zweck. Eine Leistungsseite hilft vielleicht bei der Entscheidung, ob jemand ein Angebot anfragt. Ein Datenblatt unterstützt bestehende Kunden bei der Vorbereitung. Eine Seite mit wenigen Zugriffen kann eine wichtige Frage beantworten. Eine stark besuchte Seite kann trotzdem veraltete Fakten enthalten.
Google empfiehlt, hilfreiche, verlässliche und für Menschen gedachte Inhalte zu prüfen. Frage bei jeder Seite, ob sie ihrem Publikum einen echten Nutzen bietet, ob Fakten stimmen und ob sie etwas Eigenständiges erklärt. Daraus folgt nicht, dass jede Seite lang sein, Suchtraffic anziehen oder gleich klingen muss.
Lege fest, was als ein Inhalt zählt. Für eine Seite mit einem herunterladbaren Leitfaden brauchst du womöglich zwei Zeilen, wenn Seite und Datei unterschiedliche Fakten enthalten. Wiederholte Standortseiten kannst du zunächst als Gruppe prüfen und später trennen, wenn Leistung oder Betriebsdetails abweichen. Ziel ist eine pflegbare Entscheidungsliste, kein lückenloses Archiv jedes alten Satzes.
übertrage freigegebene Entscheidungen später in die URL-Zuordnungprüfe den Startseitentext als eigene Aufgabe für Interessenten
Lege fest, wer die Fakten auf jeder Seite prüft
Exportiere zunächst die Liste vorhandener Seiten und ergänze Dateien sowie Inhalte außerhalb der Hauptnavigation. Halte pro Zeile Adresse oder Dateiname, Zielgruppe, Zweck und Herkunft der Fakten fest. Nenne die Person, die den Inhalt prüft, und notiere das Datum der letzten Prüfung. „Marketing“ ist ein Bereich, aber keine konkrete prüfende Person.
Trenne Faktenprüfung und Textarbeit. Eine schreibende Person kann einen Absatz verständlicher machen. Die Person, die eine Leistung verantwortet, muss Umfang, Voraussetzungen, Material, Termine oder Ablauf bestätigen. Ist die Quelle einer Aussage unbekannt, markiere den Punkt als ungeprüft und suche erst die Grundlage, bevor du ihn als Tatsache neu formulierst.
Nutze die folgenden Felder als Arbeitsblatt. Ergänze für jede Seite oder Datei eine Zeile und aktualisiere Entscheidung sowie nächste Zuständigkeit während der Prüfung. Die Beispielwerte sind Platzhalter, keine Aussagen über einen realen Betrieb.
Trenne Textarbeit und Faktenprüfung, wenn verschiedene Personen dafür zuständig sind. Die schreibende Person verantwortet die Formulierung. Die fachlich zuständige Person bestätigt, ob eine Angabe heute stimmt. Gibt es noch keine prüfende Person, markiere den Inhalt als offen und kläre, wer die Zuständigkeit übernimmt.
| Seite oder Datei | Zielgruppe und Zweck | Prüfperson und Datum | Beleg oder Quelle | Entscheidung | Nächste Person und Aufgabe |
|---|---|---|---|---|---|
| URL oder Dateiname | Wer nutzt den Inhalt, und welche Frage beantwortet er? | Zuständige Person und letztes Prüfdatum | Aktuelle Leistungsangaben, freigegebene Datei oder Quelle | Behalten, überarbeiten, bündeln oder entfernen | Name und nächster konkreter Schritt |

Prüfe Fakten und Belege vor der sprachlichen Überarbeitung
Kontrolliere Angaben, die sich ändern können: Leistungsumfang, Öffnungszeiten, Namen im Team, Liefergebiete, Produktausführungen, Buchungsschritte und Kontaktdaten. Bitte die verantwortliche Person, jede Angabe mit einer aktuellen Quelle abzugleichen. Notiere die Quelle im Inventar, damit die nächste Bearbeitung weiß, ob die Information aus einer Leistungsübersicht oder einem alten Entwurf stammt.
Achte auf genaue Aussagen ohne nachvollziehbare Grundlage. Für ein Zitat brauchst du eine freigegebene Quelle. Eine Projektbeschreibung sollte jemand prüfen, der die Arbeit kennt. Ein Versprechen zu Dauer oder Verfügbarkeit braucht eine Person, die es aktuell halten kann. Kann niemand eine Aussage bestätigen, entferne sie vorläufig oder kennzeichne sie als noch ungeklärt.
Prüfe Bilder und Bildtexte zusammen mit dem Inhalt. Ein Foto kann ein nicht mehr erhältliches Produkt oder eine Arbeit zeigen, die der Betrieb nicht ausgeführt hat. Kläre Bild und Bildunterschrift mit der Person, die Veröffentlichungen freigibt. Ist die Freigabe unklar, lass das Bild weg.
Vergleiche Aussagen mit Unterlagen, die im Betrieb als aktuell gelten. Ein altes Angebot, eine Präsentation und eine Website können denselben Punkt wiederholen, ohne ihn zu belegen. Nutze möglichst die Quelle, die von der zuständigen Person gepflegt wird. Halte widersprüchliche Angaben als offene Frage mit Zuständigkeit und Termin fest, statt die überzeugendste Version auszuwählen.
Wähle für jeden Inhalt eine von vier Entscheidungen
Behalte eine Seite, wenn die Fakten stimmen und sie weiterhin einen klaren Zweck erfüllt. Kleine Korrekturen machen nicht automatisch eine vollständige Überarbeitung nötig. Notiere Quelle und prüfende Person, damit sich Angaben später erneut nachvollziehen lassen.
Überarbeite den Text, wenn das Thema weiterhin wichtig ist, die Erklärung aber veraltet, unklar, unvollständig oder auf die falsche Zielgruppe ausgerichtet ist. Führe Seiten zusammen, wenn sie dieselbe Frage wiederholen und eine Seite alle nötigen Informationen verständlich aufnehmen kann. Entferne Inhalte, wenn ihr Zweck erledigt ist und keine relevante Information an anderer Stelle gebraucht wird.
Halte den Grund fest. „Alt“ ist keine Entscheidung. Notiere, was sich geändert hat, welche Angaben übernommen werden und wer die Endfassung prüft. Betrifft die Entscheidung eine URL, gib sie an die Person weiter, die den Relaunch-Plan pflegt. Technische Weiterleitungen setzt du nicht in der Inhaltsliste um.
Verwende „behalten“ bewusst. Es bedeutet, dass der Inhalt stimmt und nützlich ist, nicht dass ihn niemand mehr prüfen muss. Auch bei „zusammenführen“ brauchst du ein Ziel und eine Liste der Angaben, die erhalten bleiben. Enthält eine Seite eine wichtige Ausnahme, entferne sie nicht, nur weil beide Seiten dieselbe Überschrift tragen. Die Entscheidung sollte allein aus dem Inventar verständlich sein.
| Entscheidung | Hinweis aus der Redaktion | Vor dem nächsten Schritt festhalten |
|---|---|---|
| Behalten | Stimmt und erfüllt weiterhin einen erkennbaren Zweck. | Quelle, Prüfdatum und nötige Kleinkorrekturen. |
| Überarbeiten | Das Thema bleibt, aber die Erklärung muss sich ändern. | Zielgruppe, Fakten, offene Punkte und schreibende Person. |
| Zusammenführen | Mehrere Seiten wiederholen dieselbe Antwort. | Zielseite, besondere Angaben und prüfende Person. |
| Entfernen | Der Zweck ist beendet, der Inhalt wird nicht mehr gebraucht. | Grund, Freigabe und Informationen, die anderswo erhalten bleiben. |

Wende die Inhaltsprüfung auf einen Heizungsbetrieb an
Stell dir einen fiktiven Heizungsbetrieb vor. Auf der alten Website gibt es eine Seite „Heizungscheck“, eine zweite Seite „Heizungswartung“ und ein PDF mit dem Terminfenster des Vorjahres. Die Namen unterscheiden sich, aber zunächst muss die Inhaberin klären, ob beide Leistungen noch angeboten werden und ob die Seiten dieselbe Kundenfrage beantworten.
Die Inhaberin bestätigt, dass die jährliche Wartung weiterhin angeboten wird und der alte Heizungscheck die beste Vorbereitung erklärt. Die schreibende Person übernimmt diese Hinweise in eine aktuelle Wartungsseite, formuliert den Einstieg neu und markiert das veraltete PDF zum Entfernen. Vor der Freigabe prüft die Inhaberin die Angaben zur Leistung.
Das Inventar hält übernommene Fakten, den Status der alten Datei und die zuständigen Personen fest. Die für den Relaunch verantwortliche Person entscheidet später über die alten URLs. Diese Trennung verhindert, dass eine redaktionelle Auswahl unbemerkt zu einer technischen Änderung wird.
Die fertigen Zeilen könnten lauten: Wartungsseite, nach Faktenprüfung behalten, Inhaberin bestätigt das Jahresangebot; Heizungscheck, zusammenführen, schreibende Person übernimmt Vorbereitungshinweise; altes Termin-PDF, entfernen, Inhaberin bestätigt, dass die Information nicht mehr gilt. Die Entscheidung über den Inhalt legt noch nicht fest, was mit der URL geschieht.
Mache aus jeder Überarbeitung einen klar begrenzten Auftrag
Ein Überarbeitungsauftrag sollte benennen, wem die Seite hilft, welche Entscheidung ein Leser treffen muss, welche Fakten bestätigt sind und was noch fehlt. Gib der schreibenden Person Quellen und nenne die Person, die Fakten freigibt. Damit kann die Textarbeit beginnen, ohne das vollständige Website-Briefing erneut aufzusetzen oder den vereinbarten Projektumfang zu ändern.
Bitte zuerst die fachlich zuständige Person um Faktenprüfung. Danach prüft die schreibende Person, ob die Erklärung verständlich ist. Notiere beide Schritte in der Liste. Ändert die Inhaberin eine Voraussetzung, hältst du Quelle und Datum fest. Fehlt eine Angabe, bleibt eine sichtbare Frage an die zuständige Person stehen.
Führe Seiten erst zusammen, nachdem besondere Angaben aus jedem alten Inhalt gelistet sind. So geht durch eine kürzere Seite keine wichtige Ausnahme verloren. Bei einer Entfernung notierst du, ob eine hilfreiche Antwort an anderer Stelle gebraucht wird. Die Entscheidung verhindert unüberlegtes Kopieren und Löschen.
Nenne im Auftrag auch die gewünschte Leserhandlung und das Material, das verwendet werden darf. Soll ein Bild, Zitat oder Datenblatt neben dem Text erscheinen, gehört es in die Aufgabe und braucht eine prüfende Person. Vereinbare einen Entwurf und einen klaren Weg zur Faktenfreigabe.
Schließe die Prüfung mit umsetzbaren Entscheidungen ab
Filtere das Inventar zum Abschluss nach Entscheidung und Zuständigkeit. Behaltene Inhalte brauchen eine letzte Faktenprüfung. Für Überarbeitungen und Zusammenführungen müssen schreibende Person, Quellen und Prüfung feststehen. Entfernte Inhalte brauchen eine dokumentierte Freigabe und einen Hinweis auf Informationen, die erhalten bleiben. Ein Inhalt ohne Zuständigkeit ist noch nicht veröffentlichungsreif.
Gib freigegebene Entscheidungen an die Relaunch-Verantwortlichen weiter. Nenne die alte Adresse, das neue Inhaltsziel, falls es bereits feststeht, und alle Kundenwege, die erhalten bleiben müssen. Die technische Projektleitung übersetzt diese Punkte in eine URL-Zuordnung und Weiterleitungen. Ein eigener Umsetzungsstatus verhindert, dass „Inhalt freigegeben“ mit „Weiterleitung getestet“ verwechselt wird.
Bewahre die Inhaltsliste nach dem Start auf. Sie zeigt, wer Angaben prüft und welche Quellen du bei späteren Änderungen heranziehen musst. Prüfe einen Inhalt erneut, wenn sich Leistung, Produkt oder Betriebsablauf ändert.
Vergleiche nach der Veröffentlichung die freigegebene Liste mit den erschienenen Seiten und notiere wesentliche Änderungen. Offene Punkte bleiben mit einer zuständigen Person und einem nächsten Schritt in der Liste.
Häufige Fragen
Soll eine Seite mit wenigen Zugriffen immer entfernt werden?
Nein. Zugriffszahlen sind ein Hinweis, aber nicht der ganze Zweck einer Seite. Sie kann Bestandskunden helfen, eine Partnerempfehlung unterstützen oder eine seltene Leistung erklären. Prüfe Zielgruppe, Richtigkeit und betriebliche Nutzung, bevor du entscheidest.
Wer sollte für die Fakten verantwortlich sein?
Benenne eine Person, die Leistung oder Information verantwortet, etwa Verfügbarkeit oder Produktspezifikation. Die Redaktion kann den Text verständlicher machen. Betriebsangaben sollte sie ohne die fachliche Zuständigkeit nicht erfinden oder freigeben.
Gehören Weiterleitungen zur Inhaltsprüfung?
Die Inhaltsprüfung hält fest, ob Texte bleiben, zusammengeführt oder entfernt werden. Die Zuordnung alter URLs und technische Tests übernimmt die Relaunch-Verantwortung. So bleibt klar, wer redaktionell entscheidet und wer die Änderung umsetzt.
Quellen und weiterführende Links
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